MaxSchadensMax
Zurück zum Glossar
Versicherungs-Glossar

Was bedeutet Obliegenheit?

Obliegenheiten sind Bedingungen in Versicherungsverträgen, deren Missachtung zu Leistungsverlust führen kann. Erfahre, warum sie wichtig sind.

Einfach erklärt

Stell dir vor, du hast ein wertvolles Fahrrad und deine Eltern sagen dir, du musst es immer im Schuppen abschließen, damit es sicher ist. Wenn du das nicht machst und es gestohlen wird, könnten deine Eltern sagen, dass sie dir kein neues kaufen. In der Versicherungswelt ist das wie eine Regel, die du befolgen musst, damit die Versicherung im Schadensfall zahlt. Diese Regel heißt Obliegenheit. Wenn du zum Beispiel dein Auto nicht regelmäßig zur Inspektion bringst, könnte die Versicherung sagen: ‚Du hast dich nicht an die Regeln gehalten!‘ Und dann zahlen sie vielleicht nicht. Deshalb ist es wichtig, diese Regeln zu kennen, damit du im Ernstfall nicht die Kosten tragen musst.

Definition

Obliegenheiten sind Handlungs- oder Unterlassungspflichten, die ein Versicherungsnehmer erfüllen muss, um seinen Versicherungsschutz nicht zu gefährden. Sie sind keine rechtlichen Pflichten, sondern Bedingungen, deren Missachtung zu einem Verlust oder einer Minderung des Versicherungsanspruchs führen kann.

Wie funktioniert es?

  • Obliegenheiten können vor, während oder nach einem Versicherungsfall bestehen.
  • Vor dem Versicherungsfall: Zum Beispiel die Pflicht, wahrheitsgemäße Angaben im Versicherungsantrag zu machen.
  • Während des Versicherungsfalls: Etwa die Pflicht, den Schaden unverzüglich zu melden.
  • Nach dem Versicherungsfall: Die Pflicht, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Wichtige Merkmale

  • Obliegenheiten sind nicht einklagbar, aber deren Verletzung kann zu Leistungsverweigerungen führen.
  • Es gibt unterschiedliche Obliegenheiten je nach Versicherungsart.

Vergleich

MerkmalObliegenheitRechtliche Pflicht
DurchsetzbarkeitNeinJa
Konsequenzen bei VerstoßLeistungsverlustRechtliche Folgen
Zeitpunkt der ErfüllungVor/Nach VertragsabschlussJederzeit

Praxisbeispiel

Herr Müller hat eine Hausratversicherung abgeschlossen. Eine Obliegenheit in seinem Vertrag ist, dass Fenster geschlossen sein müssen, wenn niemand zu Hause ist. Eines Tages lässt er das Fenster offen und es kommt zu einem Einbruch mit einem Schaden von 2.000 Euro. Die Versicherung verweigert die Zahlung, weil Herr Müller eine Obliegenheit verletzt hat.

Rechtsgrundlage

  • § 28 VVG regelt die Folgen der Verletzung von Obliegenheiten.
  • § 82 VVG beschreibt die Schadenminderungspflicht.

Häufige Irrtümer

  • "Obliegenheiten sind gesetzliche Pflichten." (Falsch, sie sind vertragliche Bedingungen.)
  • "Verletzung von Obliegenheiten führt immer zu vollständigem Leistungsverlust." (Falsch, es kann auch zu einer Kürzung kommen.)
  • "Obliegenheiten gelten nur bei Schadensfällen." (Falsch, sie können auch schon davor relevant sein.)

Du hast einen Schaden und weißt nicht weiter?

Schadensmeldung kostenlos optimieren
Was bedeutet Obliegenheit? — Versicherungs-Glossar | SchadensMax