Was ist die Anzeigepflicht?
Erklärung der Anzeigepflicht: Warum es wichtig ist, alle relevanten Umstände mitzuteilen und welche Folgen Verstöße haben können.
Einfach erklärt
Definition
Die Anzeigepflicht ist die Pflicht des Versicherungsnehmers, alle ihm bekannten gefahrerheblichen Umstände dem Versicherer bei Abschluss des Versicherungsvertrags mitzuteilen. Diese Pflicht stellt sicher, dass der Versicherer das Risiko korrekt einschätzen kann.
Wie funktioniert es?
- Vor Vertragsabschluss: Der Versicherungsnehmer muss alle relevanten Informationen bereitstellen.
- Gefahrerhebliche Umstände: Dazu zählen alle Umstände, die das Risiko erhöhen könnten, wie z.B. die Lage des Hauses in einem Hochwassergebiet.
- Folgen bei Verletzung: Bei Verletzung der Anzeigepflicht kann der Versicherer den Vertrag gemäß §§ 19-22 VVG anfechten oder kündigen.
Wichtige Merkmale
- Gilt vor Vertragsabschluss
- Betrifft gefahrerhebliche Informationen
- Verletzung kann zu Leistungsverweigerung führen
Vergleich
| Begriff | Ähnlichkeit | Unterschied |
|---|---|---|
| Obliegenheit | Bezieht sich auf Pflichten | Anzeigepflicht ist spezifisch für Vertragsabschluss |
| Meldepflicht | Bezieht sich auch auf Informationen | Gilt nach Vertragsschluss |
Praxisbeispiel
Ein Versicherungsnehmer verschweigt bei Abschluss einer Wohngebäudeversicherung, dass das Haus in einem hochwassergefährdeten Gebiet liegt. Bei einem Schaden von 50.000 Euro durch Hochwasser verweigert die Versicherung die Zahlung aufgrund der Verletzung der Anzeigepflicht.
Rechtsgrundlage
Die Anzeigepflicht ist in den §§ 19-22 VVG geregelt.
Häufige Irrtümer
- Nur vor Vertragsabschluss wichtig: Falsch, auch Änderungen der Umstände können relevant sein.
- Kleine Details sind unwichtig: Selbst kleine Informationen können das Risiko beeinflussen.
- Der Versicherer wird es nicht merken: Versicherer haben Mittel, um falsche Angaben zu überprüfen.
Verwandte Begriffe
Du hast einen Schaden und weißt nicht weiter?
Schadensmeldung kostenlos optimieren